Bienen retten kann man auch ohne Kuhverbot

FDP unterstützt Volksbegehren nicht

 Schwabach – entgegen eines Artikels vom 28.01.2019 gehört der FDP Kreisverband Schwabach nicht zu den Unterstützern des Volksbegehren Artenvielfalt. „Auch wir möchten gerne die Biene retten, sind aber nicht bereit dafür die Kühe in Bayern zu verbieten“, formuliert der Kreisvorsitzende und Stadtratsmitglied Axel Rötschke (FDP).

Gute Ansätze gepaart mit Ideologie

Die Freien Demokraten sähen zwar einige gute Ansätze, das Volksbegehren unterstelle jedoch, dass die Artenvielfalt nur mit einem reinen Öko-Landbau gesichert werden könne. Das sei unzutreffend.

„Aufgrund des nach wie vor geringen Anteils der Öko-Landwirtschaft brauchen wir die Beteiligung der konventionell arbeitenden Landwirte. Eine vollständige ökologische Landwirtschaft ist schlicht nicht in der Lage eine Ertragsmenge zu produzieren, die stabile Lebensmittelpreise für alle – vor allem jedoch für sozial schwache Bevölkerungsschichten – garantiert,“ beschreibt Rötschke und fügt an, dass würde man zur Steigerung der Produktion der ökologischen Landwirtschaft, die landwirtschaftlich genutzte Fläche (netto) drastisch erhöhen, man der Natur einen Bärendienst erweisen würde. Eine planwirtschaftliche Öko-Landbau-Quote, wie im Begehren gefordert, von 20% bis 2025 und 30% bis 2030, lehne die Partei deshalb ab.

Naturschutzbildung, Biodiversität und Biotopverbünde finden Unterstützung

Die Freien Demokraten haben unlängst einen eigenen Konzeptentwurf zum Artenschutz in Bayern formuliert. Darin seien einige Forderungen aus dem Volksbegehren enthalten, jedoch wolle man stärker auf intelligente Systeme zurückgreifen. So sei ein Öko-Konto für Landwirte, in dem ökologisch wertvolle Flächen angerechnet würden, viel effektiver als Quoten.

„Auch wir als Freie Demokraten wollen den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln so weit wie möglich reduzieren. Wenn aber durch Verbote Erträge massiv gefährdet werden oder sogar schlechtere Methoden zur Anwendung gelangen, ist niemandem geholfen. Wir setzen deshalb nicht auf Verbote, sondern wollen durch die Digitalisierung der Ausbringung die Menge an Pflanzenschutzmitteln reduzieren,“ konkretisiert Rötschke.

Weiterhin wolle man positive Anreize für die Landwirtschaft setzen, um Flächen für die Biodiversität zur Verfügung zu stellen. Wenn man jedoch damit drohe, dass Flächen für die Biodiversität nie wieder landwirtschaftlich genutzt werden dürfen, würde man Landwirte davon abhalten, überhaupt Flächen zur Verfügung zu stellen.


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